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Lama Wangdü .



Kurze Biographie des Lama Karma Wangdü


Lama Karma Wangdü entstammt einer Nomadenfamilie der Stadt Gegje in der Region Ngari, Tibet, unweit der Grenze nach Ladakh. Mit fünfzehn Jahren übergab sein Vater ihn in die Obhut von Lama Drubpön Dechen Rinpoche, dem Retreatmeister des Klosters Tsurphu, welchen er von da an als persönlicher Assistent begleitete. Mit siebzehn Jahren empfing er vom sechzehnten Karmapa Ranjgung Rigpe Dorje die Haarschneide-Zeremonie und wurde damit Teil der klösterlichen Gemeinschaft. Da Lama Drubpön Dechen Rinpoche seine Zeit zwischen dem von ihm erbauten Mahay-Kloster in Ladakh und Karmapas Hauptkloster im Exil, Rumtek, aufteilte, verbrachte Lama Karma Wangdü viel Zeit an beiden Stellen. Während der jeweiligen Aufenthalte erhielt er dabei von Lama Drubpön Dechen Rinpoche seine Ausbildung in den Ritualen und Praktiken der Tradition und wurde von diesem mit zwanzig Jahren zum Rezitationsmeister des Mahay-Klosters ernannt.

Den Wünschen des sechzehnten Karmapas entsprechend, widmete sich Lama Drubpön Dechen Rinpoche nach dem Parinirvana des sechzehnten Karmapa dem Wiederaufbau des Klosters Tsurphu. In seiner Abwesenheit bekleidete Lama Karma Wangdü daher eine Leitungsfunktion in dessen Kloster in Ladakh. Bei einem Besuch in Tsurphu im Jahre 1985 erhielt er den Ratschlag bald zurückzukehren, um in Tsurphu seine traditionelle Klausur von drei Jahren und acht Monaten durchzuführen. Da er in der Folge kein erneutes Visum für Tibet mehr erhielt, begann er 1988 eine entsprechende Klausur im Kloster Rumtek.

Im Anschluss an das Retreat begab er sich zunächst nach Ladakh und kümmerte sich bis zu dessen Tod um seinen kranken Vater. Dort erhielt er einen Brief von Künsig Shamar Rinpoche, der ihn bat, nach Delhi zu kommen, um dort die neue Reinkarnation des Gyalwa Karmapa kennenzulernen.

Der siebzehnte Karmapa war zu dieser Zeit, vor seiner offiziellen Vorstellung im Karmapa International Buddhist Institute, noch in einem Privathaus in Delhi untergebracht. Dort traf er ihn zum ersten Mal. Als der siebzehnte Gyalwa Karmapa dann 1994 im KIBI offiziell vorgestellt wurde, reiste Lama Wangdü erneut aus Ladakh an. Allerdings hatte er geplant, gleich im Anschluss daran wieder nach Ladakh zurückzukehren, doch es kam anders. Künsig Shamar Rinpoche bat ihn darum, dem jungen Gyalwa Karmapa in der Anfangszeit als persönlicher Assistent zur Verfügung zu stehen. Auf seine Bedenken, dieser verantwortungsvollen Aufgabe nur schwerlich gewachsen zu sein, wurde ihm zunächst der erfahrene Ritualmeister von Rumtek, Gyalse Lobsang, zur Seite gestellt. Dieser kehrte ein paar Monate später nach Rumtek zurück und Lama Wangdü teilte sich diese Aufgabe in der Folge mit dem erfahrenen Lama Tsültrim Namgyal, einem Neffen des verstorbenen sechzehnten Karmapa.

Seit dieser Zeit, seit nunmehr siebzehn Jahren, ist Lama Karma Wangdü somit als persönlicher Assistent für die Betreuung des Gyalwa Karmapa zuständig. In dieser verantwortlichen Tätigkeit begleitete er diesen auf seinem Weg durch dessen Ausbildung, erste Reisen und die Entfaltung seiner Lehraktivität.

Lama Karma Wangdü besucht 2010 auf Bitte des Gyalwa Karmapa buddhistische Zentren der Karma-Kagyü-Tradition in Deutschland, um Anleitungen in der Meditation und den entsprechenden Ritualen zu erteilen.











Deutsche Zusammenfassung der mündlichen Schilderungen von Lama Karma Wangdü, R. Scheuermann, 17.10.2010